Vom Mittelmeer in die Berge Italiens

Die Fähre bringt uns nach Chioggia, der Ort am Meer sieht interessant aus. Überraschend viele Menschen drängen sich am Hafen. Über einige Brücken immer am Wasser entlang radeln wir in dieser wunderschönen italienischen Stadt entlang der Eurovelo Route 8. Diese führt uns direkt an den Po, dem wir lange folgen. Hier ist es idyllisch, kaum Menschen zu sehen und ein weitläufiges Langschaftsschutzgebiet. Immer wieder erblicken wir herrliche Stellen am Fluss, die zum länger verweilen einladen. Natürlich nutzen wir diese Stellen.

Schattiges Plätzchen am Po

Später erfahren wir, dass es am Po Delta Flamigos zu sehen gäbe. Doch zurück fahren wollen wir nun nicht mehr. Auf der Dammstraße überholt uns plötzlich die Polizei und winkt uns aufmunternd und freudig zu.
Wir radeln durch Ferrara, welches keinen bleibenden Eindruck hinterlassen hat. Der nächste Tag führt uns zu einem Vogelbeobachtungsstand südwestlich von San Pietro in Casale(Area di riequilibrio ecologico Ex risaia di Bentivoglio), wo wir einige hier heimische Arten sehen dürfen und das ruhige schattige Plätzchen gleich für eine Siesta nutzen. An einem kleinem Flüsschen entlang sehen wir immer wieder Wasserschildkröten, welche ins Wasser springen bei unserer Vorbeifahrt. In Bologna besuchen wir 4 Radläden, in der Hoffnung unseren Vorrat an Scheibenbremsbelägen wieder aufzufüllen. Gar nicht so einfach in einem Rennradfahrer-Land.
Auf dem Piazza Maggiore amüsieren wir uns über zwei Polizisten, welche sich nicht die Mühe machen auszusteigen und aus dem Autofenster heraus versuchen die Passanten an die Coronaregeln zu erinnern.

Kurze Pause auf dem Piazza Maggiore in Bologna
Viel los am Neptunbrunnen

Nun erwartet uns wieder einmal hügeliges Gelände, was eine willkommene Abwechslung ist. Abends finden wir ein schönes Plätzchen am Lago di Porziola. Der nächste Morgen am See empfängt uns endlich ohne Mücken und Fliegen. Nach einer Schwimmrunde geht es auch gleich weiter.

Hängebrücke bei Marzabotto ohne Gegenverkehr 🙂
Ponte di Vizzano kurz hinter Palazzo Rossi, schöne alte Brücke

Entlang des Bergflusses Torrente Limentra Orientale führt die Route Richtung Prato in eine Sackgasse, die uns aufgrund eines Erdrutsches auf einer nicht gewarteten Nebenstraße zum zurückfahren zwingt.

Eine Sackgasse wegen eines Erdrutsches auf einer Nebenstraße

Zum Mittag finden wir ein verlassenes Plätzchen wo das nächste Dorf wohl seine Feste feiert. Dort findet Patric in der Minibibliothek sogar ein deutsches Buch. Abends kommen wir an den Lago di Suviana bekommen gleich Wasser am Imbiss und verbringen die Nacht mit Aussicht an einem Picknickplatz direkt am See. Der nächste Tag wird bergig und heiß. Wir treffen ein Pärchen aus Florenz welches im Hotel arbeitet und erfahren wie wenig Touristen diese Saison dort waren. Diana findet eine großartige Abkürzung, steil, zum schieben und laubig quer durch den Wald. Definitiv die kürzer, zumindest die Strecke. 🙂 Wir finden die Straße wieder. Patric verliert seine Sonnenbrille vor der Abfahrt und wir bemerken es erst am Bergfuß. Nach längerem hin und her motiviert Diana Patric und er fährt ohne Taschen mal „schnell“ die 500 Höhenmeter um sie einzusammeln.

Die Freude der wiedergefundenen Brille 😎

Mal wieder ein paar Daumen hoch von Autofahrern und wir fragen uns warum das manchmal gehäuft auftritt. Am nächsten Tag kommen wir nach Florenz, welches wir uns wegen der Hitze und weil wir beide schon einmal dort waren(Patrics Tante Undine erinnert sich bestimmt noch) im Schnelldurchgang anschauen.

Der Palazzo Vecchio ist heute das Rathaus der Stadt
Ponte Vecchio, die berühmte Brücke von Florenz

Es gibt viel Polizei und Militärpräsenz dort, wohl irgendwas wegen Terror. Wir folgen weiter der EV7 entlang des Arno. Ein paar Tage zuvor hatten wir den Klettersteig Via Romana Nesi gefunden und bei der Routenplanung ist uns die Via Panoramica del Pratomagno ins Auge gefallen. Also schnell eine Menge Höhenmeter dazu geplant. Abends fahren wir mit viel Verkehr, unten am Berg, bis in die Dunkelheit nach Tosi um dort am Ortsrand auf einem kleinen Platz erschöpft aber glücklich unser Zelt aufzuschlagen. Das wollten wir noch schaffen, da wir noch bis auf fast 1500m fahren werden. Am nächten Morgen geht es immer bergauf und wir kommen am Kloster Abbazia di Vallombrosa vorbei. Dort machen wir eine Pause um kurz rein zu schauen. Es gibt eine kleine Apotheke mit allerlei alten Mittelchen und in der Klosterkirche fand wohl gerade eine Messfeier statt. Nach dem Kloster wird es richtig steil und die Strecke ist wohl eine typische Rennradrunde fürs Wochenende da wir viele Fahrer sehen. Diese könnte man in zwei Gruppen aufteilen. Die einen sehen uns und feuern uns an, die anderen schauen uns kurz an und scheinen temporär etwas demotiviert. Endlich oben angekommen endet der gute Straßenbelag, dafür gibt es viele schöne Aussichten.

Wir genießen die Aussicht nach geschafftem Anstieg auf fast 1500m
Unser Mittagsplätzchen
Kirche am Wegesrand

Abends finden wir ein richtig schönes Plätzchen etwas abseits der Straße auf einer kleinen Wiese mit Aussicht und genießen den Sonnenuntergang.

Schlafplatz mit Aussicht
Wir genießen den Abend

Am nächsten Tag geht es zum Klettersteig, aber dazu mehr im nächsten Artikel.

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