Unerwartetes Treffen

Der nächste Morgen ist schleppend. Wir spüren den vorhergehenden Tag in unseren Knochen und nehmen uns Zeit. Sicher gewöhnen wir uns erst wieder an den Rhythmus. Als wir losfahren fängt es an zu nieseln. An der Ausfahrt vom Feldweg auf die Straße sehen wir gegenüber ein Go-Kart Rennen trotz Lockdown. Wir folgen mal wieder der Eurovelo Route 11. Nach einer kleinen Abfahrt geht es parallel zur Autobahn weiter. Es ist recht kühl und wir packen die Handschuhe aus. Zum Mittag finden wir ein schönes Plätzchen in Inofyta an der Kirche. Der Pfarrer grüßt uns im Vorbeigehen. Wir entdecken die ersten schneebedeckten Gipfel in der Ferne. Hier gab es wohl einen richtigen Winter. Daran denkt man zuerst gar nicht, wenn man sich Griechenland vorstellt. Später auf einem Dorf fahren wir an einem Begräbnis vorbei. Das ruft dann kurz die Covid-Realität in den Fokus. Das geht an uns wohl ein bisschen vorbei, da wir einen anderen Alltag haben. Für die Nacht entscheiden wir uns an einer Kirche bei Vathy zu bleiben. Was wir da noch nicht wissen ist, was da abends noch los ist. Es kommen viele Gläubige, um eine Kerze anzuzünden. Bis spät am Abend soll es so weiter gehen. Wir trauen uns nicht so recht das Zelt aufzubauen.

Blick von der Kirche

Erst weit nach Einbruch der Dunkelheit sind wir bereit zum Schlafen. Was wir zu diesem Zeitpunkt noch nicht ahnen ist, dass wir Punkt fünf Uhr schon wieder geweckt werden. Der Wachdienst kommt und teilt uns mit, dass wir mal so langsam das Zelt abbauen sollen. Es kommen wohl bald die ersten Betenden. So früh sind wir noch nie gestartet. Dafür bekommen wir den Sonnenaufgang mit Blick auf Chalkida zu sehen. Der Ort ist definitiv Sehenswert mit seiner Brücken, dem vielen Wasser und auch der Karababa Burg. Auf letzterer werden wir frühstücken. Beim Verspeisen beobachten wir zwei städtische Angestellte welche um drei Flaggen zu hissen einen Kran bestellen. Das hätten man auch von der Burginnenseite händisch erledigen können. Selbst der Kranfahrer macht Fotos von der skurrilen Situation. Das Wetter reicht heute tatsächlich für kurze Kleidung. Sehr angenehm. Wir fahren eine sehr schöne Küstenstraße bei Sonnenschein entlang und genießen immer wieder die schönen Bilder.

An der Küste

Halten kurz um aus der Ferne ein Islet bei Panorama zu bewundern. Dort gibt es eine Kirche und ein paar Ruinen zu sehen. Ein paar Kilometer weiter kommen wir zur Abwechslung an den Paralimni See. Dort machen wir unsere Mittagsrast im kleinen Dörfchen Mouriki. Wir finden Schatten unter einem Baum an der Kirche. Dort stehen Fitnessgeräte für jedermann. Diese haben wir vielerorts bereits gesehen, wahrscheinlich war das eine Fördermaßnahme. Selten haben wir sie in Benutzung gesehen. Wir beobachten während wir Essen ein paar Kinder beim Verstecken spielen. Sie winken uns interessiert zu, halten aber Abstand. Wir freuen uns schon auf den nächsten Abschnitt. Dieser führt uns abseits der Straße entlang der Küste des Jlikisees. Dort wird es sicher eine schönes und stilles Plätzchen am Ufer geben. Als wir gerade am Ufer ein paar Szenen mit der Drohne filmen kommt ein Tandem gefahren, was uns überrascht. Wir haben seit Österreich keine Reiseradler mehr getroffen. Wir filmen sie gleich und wie wir uns begrüßen. Dies ist natürlich im YouTube-Video zu sehen. Nach einem kurzen Gespräch einigen wir uns darauf den Abend am See zusammen zu verbringen. Wir finden 6 km bevor wir wieder auf die Straße stoßen ein Plätzchen am Ufer. Nur die Brennholzsuche gestaltet sich schwierig.

Vorbereitungen fürs Abendbrot
Sonnenuntergang am See, jedes mal ein Genuß

Ein kleines Feuer wird es trotzdem. Abends wird es noch immer frisch. Wir tauschen Erfahrungen aus und gehen bald schlafen. Den ganzen Tag an der frischen Luft zu verbringen macht glücklich und müde.

Am frühen Morgen am See

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